Sonntag, 7. Juni 2015

Ein Krimi, den man nicht aus der Hand legen kann - Sonja Rüther: Blinde Sekunden

Kurzbeschreibung der Verlagsseite
Das Grauen lauert nicht nur in dunklen Gassen. Gerade noch ging die attraktive Silvia durch eine gutbesuchte Hotellobby – im nächsten Moment ist sie spurlos verschwunden. Ein Täter scheint schnell festzustehen. Aber wurde Silvia wirklich das jüngste Opfer jenes Serienmörders, der die Öffentlichkeit immer wieder in Angst und Schrecken versetzt? Für Kommissar Rieckers soll dies der letzte Fall vor seiner Pensionierung werden. Doch selbst seine langjährige Erfahrung hat ihn nicht auf das vorbereitet, was er herausfinden wird …



Diesen Krimi habe ich im Rahmen einer Leserunde bei Whatchareadin gelesen. Schon zu Beginn zeichnete sich ab, dass dieser Krimi etwas Besonderes ist. Er ist wenig reißerisch, die Blutströme halten sich in Grenzen und doch kann man ihn nicht aus der Hand legen. Denn er ist megaspannend! 


Wie bekommt Sonja Rüther es hin, den Leser dermaßen zu fesseln? Anfangs plätschert die Handlung vor sich hin, konzentriert sich dabei auf die einzelnen Charaktere in dem Buch: Kommissar Rieckers, der kurz vor der Pensionierung steht; ein Schönheitschirurg, dessen Behandlungsmethoden im Verlauf der Handlung immer merkwürdiger werden; die Frau des Schönheitschirurgen, die nie schön genug ist. Dies sind nur einige der Charaktere, die an der Handlung beteiligt sind. Und es ist ein großes Vergnügen, sich mit ihnen zu befassen. Denn man stößt beim Lesen ständig auf kleine Hinweise, die darauf hindeuten, dass nichts so ist, wie es scheint, und fast jeder irgendetwas zu verbergen hat.

Schon nach wenigen Kapiteln ertappt man sich dabei, dass man anfängt zu spekulieren. Was ist mit Silvia passiert? Wer hat mit ihrem Verschwinden zu tun? Der Ehemann, der Arbeitskollege oder doch der Serienmörder? Was haben der Schönheitschirurg und seine Frau mit der ganzen Sache zu tun?
Und diese Fragen begleiten den Leser bis zum Schluss und lassen einen das Buch nur ungern aus der Hand legen.

Dieser Krimi ist nicht nur spannend, sondern er besitzt auch eine ordentliche Portion Humor. Ich bin immer wieder bei Sätzen hängen geblieben, die mich zum Schmunzeln gebracht haben. Einer meiner Favoriten ist:

„Ich kann hören, wie dein IQ sinkt.“ 
(Diesen Spruch nehme ich in mein Repertoire auf. 
Gelegenheit, ihn einzusetzen gibt es reichlich ;-))

Oder „Bärchen“ Holger. Seine Beschreibung und die, seiner Lebensumstände ist urkomisch, fast schon klischeehaft. Ein erwachsener Pullunderträger, der unter der Fuchtel seiner Mutter (sie: natürlich in Kittelschürze!) steht! Fast kann er einem schon wieder leid tun.

Es hat einen riesengroßen Spaß gemacht, dieses Buch zu lesen. Diese Kombination aus Spannung, Humor und Charakterstudien ist großartig. Ich habe selten einen Krimi erlebt, der den Leser dermaßen zum Grübeln bringt und Spekulationen aus ihm herauskitzelt.
Dieses Buch macht Lust auf mehr. Es wäre schön, wenn es noch weitere Bücher um Kommissar Rieckers gäbe. Hinweise in dem Buch auf alte Fälle des Kommissar lassen hoffen.

Und wie meint Kommissar Rieckers zum Schluss?
„Wie ich schon sagte, die Verkettungen in diesem Fall sind so unglaublich, dass man ein Buch darüber schreiben könnte.“

Wie gut, dass Sonja Rüther genau dies gemacht hat ;-)

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